Launen des Wetters bestimmen im Wesentlichen das Schicksal des Waldfreibades, das von einer Bürgerstiftung gemanagt wird. In diesem Jahr wurden nur 477 Saisonkarten verkauft, weil der letzte Sommer so verregnet war.

Als ab August eine Schönwetterperiode einsetzte, erlebte das Bad einen Boom. Die Gesamtzahl der Tageskarten schnellte auf 11 000 Tickets hoch, so viele wie nie zuvor. Unterm Strich betrug der Erlös 51 800 Euro. Im vergangenen Jahr waren es 41 000 Euro, im Supersommer 2010 satte 64 700 Euro. Insgesamt erwirtschafteten die vielen Helfer des Bades einen satten Gewinn; gleichzeitig konnten die Betriebskosten wegen flexibler Öffnungszeiten – bei Regen stark reduziert, bei Sonne länger offen – deutlich gesenkt werden. Diese Bilanz trug Vorstandsvorsitzender Johannes Kaltenbach bei der Stifterversammlung vor. Derzeit zählt das Gremium 65 Stifter.

Vorgestellt wurden die Pläne für 2013. Vergeben ist der Auftrag zur Erneuerung des Babybeckens mit eigener Wasseraufbereitung, Kindertoilette und Wickeltisch samt Anbau. Diese Investition ist mit 80 000 Euro die teuerste für 2013. „Wir sind finanziell gut aufgestellt, so konnten wir das Wagnis eingehen“, erklärte Kaltenbach. Wie der Finanzverwalter Jürgen Neumann am Rande erklärte, wurde 2011 und 2012 weniger investiert und stattdessen Rücklagen gebildet, 2012 brachte der Badbetrieb einen Erlös von 11 300 Euro, der Kiosk 6000 Euro. Die Gemeinde schoss 18 000 Euro zu.

Der Kiosk soll ebenfalls 2013 umgebaut werden und eine professionelle Kochzeile bekommen, „was hoffentlich die Warteschlangen verkürzen wird“, so der Vorsitzende. Außerdem sollen die Terrasse erweitert und weitere Spielgeräte angeschafft werden. Ein Helferteam kümmert sich um spezielle Events am Beckenrand.

Neu gewählt wurde der Stiftungsrat, der die Stifter vertritt und Kontrollfunktion ausübt. Christian Heyne, Joachim Blau, Bruno Collina, Helga Neumann, Klaus Reker, Michael Tampier und Werner Kermelk gehören dazu. Der bisherige Stiftungsratsvorsitzende Detlev Kuntscher trat aus gesundheitlichen Gründen zurück. Kuntscher, der seit den Anfängen vor sechs Jahren dabei war und neben dem Vorsitz auch praktisch mitarbeitete, fiel der Abschied sichtlich schwer.
Der Vorstand, der für die praktische Arbeit zuständig ist, wird seit rund einem Jahr von Johannes Kaltenbach geführt.

Dazu kommen Elke Janssen und Lene Lutz. Dutzende von Helfern arbeiten tatkräftig im Bad mit: das Grünteam mit rund 15 Helfern, das Kassenteam mit über 20 und das Kioskteam mit über 25 Helfern. „Weitere Helfer sind uns jederzeit willkommen“, sagte Kaltenbach.
Gabriele Krüper im Rheinsieg-Anzeiger 29.11.2012